Apr '26 Aus unserem Blog / WEG-Verwaltung 6 Min Lesezeit

Zertifizierter Verwalter nach §26a WEG: Was das bedeutet — und warum es für Ihre WEG wichtig ist

PT Prentha Team ·
Zertifikat eines Zertifizierten Verwalters nach §26a WEG an Bürowand in Köln
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Was ist ein Zertifizierter Verwalter?

Seit dem 1. Dezember 2022 gibt es in Deutschland eine gesetzlich geregelte Qualifikation für WEG-Verwalter: den Zertifizierten Verwalter nach §26a WEG.

Der Zertifizierte Verwalter hat eine Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) bestanden — eine strukturierte Wissensprüfung zu den Kernbereichen der WEG-Verwaltung: Wohnungseigentumsrecht, kaufmännisches Grundwissen, technische Grundlagen der Gebäudewirtschaft und Grundzüge des Mietrechts.

Das Zertifikat ist kein akademischer Abschluss, aber eine nachprüfbare Mindestqualifikation — und der erste bundesweit einheitliche Standard für die Branche, die bislang keinerlei Berufszulassungsvoraussetzungen kannte.

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Warum gibt es den Zertifizierten Verwalter?

Die Hausverwaltungsbranche war bis 2020 eine der wenigen Berufsgruppen in Deutschland ohne gesetzlich geregelte Qualifikationsanforderungen. Jeder konnte eine Hausverwaltung gründen — ohne Ausbildung, ohne Prüfung, ohne Nachweis irgendeiner Kompetenz.

Das hatte in der Praxis Folgen: fehlerhafte Abrechnungen, verpasste Fristen, ignorierte Beschlüsse, zu niedrige Rücklagen — und Eigentümergemeinschaften, die keine Möglichkeit hatten, die Qualifikation ihres Verwalters zu überprüfen.

Der Gesetzgeber hat mit der WEG-Reform 2020 (WEMoG) reagiert. §26a WEG schafft erstmals eine gesetzliche Grundlage für eine Mindestqualifikation — umgesetzt durch die Zertifizierten-Verwalter-Prüfungsverordnung (ZertVerwV).

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Was wird in der IHK-Prüfung geprüft?

Die Prüfung zum Zertifizierten Verwalter umfasst folgende Themenbereiche:

Rechtliches Grundwissen: Wohnungseigentumsgesetz (WEG), BGB-Grundlagen für Verwalter, Mietrecht in Grundzügen, Grundlagen des Vertragsrechts.

Kaufmännisches Grundwissen: Buchhaltung und Jahresabrechnung, Wirtschaftsplanung, Hausgeld und Umlageschlüssel, Grundzüge der Steuer- und Versicherungspraxis.

Technisches Grundwissen: Baukunde und Gebäudebewirtschaftung, Heizungs- und Sanitäranlagen, Brandschutz, Barrierefreiheit, Energieeffizienz.

Kaufmännische Verwaltungspraxis: Eigentümerversammlungen, Beschlussfassung, Verwaltervertrag, Kommunikation mit Behörden und Dienstleistern.

Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen Teil (Multiple-Choice + offene Fragen) und einer mündlichen Prüfung. Die IHK Köln-Prüfungskommission entscheidet über Bestehen oder Nichtbestehen.

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Haben WEGs ein Recht auf einen Zertifizierten Verwalter?

Ja — und das ist eine der wichtigsten Änderungen der WEG-Reform.

§26a Abs. 2 WEG gibt jeder Eigentümergemeinschaft das Recht, bei der Bestellung oder Wiederbestellung des Verwalters zu verlangen, dass dieser zertifiziert ist. Mit anderen Worten: Die Eigentümerversammlung kann per einfachem Mehrheitsbeschluss festlegen, dass nur ein Zertifizierter Verwalter bestellt wird.

Ausnahme: In kleinen Gemeinschaften mit bis zu acht Sondereigentumsrechten, bei denen ein Eigentümer gleichzeitig Verwalter ist, gilt das Zertifizierungserfordernis nicht (§26a Abs. 2 Satz 2 WEG).

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Was bedeutet das in der Praxis für Eigentümergemeinschaften?

Beim Verwaltervergleich: Wenn Sie Angebote von mehreren Hausverwaltungen einholen, fragen Sie gezielt: „Haben Sie das IHK-Zertifikat als Zertifizierter Verwalter — und können Sie das nachweisen?" Ein seriöser Anbieter legt das Zertifikat unaufgefordert vor.

Bei der Wiederbestellung: Auch wenn Ihr aktueller Verwalter seit Jahren tätig ist — stellen Sie bei der nächsten Wiederbestellung sicher, dass er das Zertifikat vorgelegt hat. Wenn nicht, können Sie als Gemeinschaft die Zertifizierung als Bedingung für die Neubestellung verlangen.

Beim Verwalterwechsel: Nehmen Sie das Zertifikat als Filterkriterium. Ein nicht-zertifizierter Verwalter hat keine überprüfbare Grundqualifikation — das ist ein sachliches Ausschlusskriterium, unabhängig vom Preis.

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Zertifizierung vs. VDIV-Mitgliedschaft: Was ist besser?

Beide Qualitätsmerkmale sind sinnvoll — aber sie messen unterschiedliche Dinge.

MerkmalZertifizierter Verwalter (§26a WEG)VDIV-Mitgliedschaft
GrundlageGesetzliche Prüfung (IHK)Freiwilliger Berufsverband
InhaltWissenstest in Kern-SachgebietenBekenntnis zu Berufsstandards, Fortbildungspflicht
NachprüfbarkeitIHK-Zertifikat (offiziell)VDIV-Mitgliedsliste online
MindestqualifikationJaNein (aber Selbstverpflichtung)
Aussage„Hat Grundwissen nachgewiesen"„Engagiert sich für Professionalität"

Ein Verwalter, der sowohl Zertifizierter Verwalter als auch VDIV-Mitglied ist, erfüllt beide Qualitätsstandards — das ist die stärkste Kombination.

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Prentha: Zertifiziert und VDIV-Mitglied seit Gründung

Prentha erfüllt beide Standards: Alle leitenden Verwalter bei Prentha sind Zertifizierte Verwalter nach §26a WEG — und Prentha ist seit Jahren VDIV-Mitglied.

Das ist kein Marketingversprechen, sondern ein nachprüfbares Merkmal. Bei Interesse legen wir Ihnen das Zertifikat und die VDIV-Mitgliedschaft gerne vor.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist der Zertifizierte Verwalter gesetzlich Pflicht?

Nein — der Verwalter muss nicht zwingend zertifiziert sein, um bestellt zu werden. Aber jede Eigentümergemeinschaft hat das Recht, dies per Beschluss zur Bedingung zu machen (§26a Abs. 2 WEG). Bei Neugründungen und Verwalterwechseln sollte diese Option konsequent genutzt werden.

Wo kann ich prüfen, ob mein Verwalter zertifiziert ist?

Fragen Sie den Verwalter direkt nach dem IHK-Zertifikat — er ist verpflichtet, es auf Anfrage vorzulegen. Eine bundesweite öffentliche Datenbank aller zertifizierten Verwalter gibt es noch nicht, ist aber in der politischen Diskussion. Der VDIV veröffentlicht eine Mitgliederliste auf seiner Website.

Was kostet ein Zertifizierter Verwalter mehr als ein nicht-zertifizierter?

In der Regel gar nichts. Die Zertifizierungskosten trägt der Verwalter selbst — sie schlagen sich üblicherweise nicht im Angebotspreis nieder. Ein nicht-zertifizierter Verwalter, der billiger anbietet, spart an der falschen Stelle.

Kann mein Verwalter das Zertifikat verlieren?

Das IHK-Zertifikat ist kein unbefristetes Recht — es gibt Regelungen zu Fortbildungspflichten. Die ZertVerwV sieht vor, dass Zertifizierte Verwalter regelmäßige Fortbildungen absolvieren müssen, um ihren Status zu erhalten. Prüfen Sie bei Ihrem Verwalter, ob das Zertifikat aktuell ist.

Gilt das Zertifikat auch für Mietverwaltung?

Das IHK-Zertifikat nach §26a WEG ist primär auf die WEG-Verwaltung ausgerichtet. Für die Mietverwaltung gibt es keine analoge gesetzliche Pflicht — aber die Inhalte (Mietrecht, Buchführung, Gebäudekunde) sind vollständig relevant. Ein Zertifizierter Verwalter ist auch für die Mietverwaltung qualifizierter als ein nicht-zertifizierter Mitbewerber.

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Nächster Schritt: Prüfen Sie Ihren Verwalter — oder wechseln Sie zu einem zertifizierten

Sie wissen nicht, ob Ihre aktuelle Hausverwaltung zertifiziert ist? Fragen Sie. Wenn die Antwort zögerlich ausfällt oder kein Zertifikat vorgelegt werden kann, ist das ein Anlass, den Verwalter zu wechseln.

Prentha legt das IHK-Zertifikat auf Anfrage vor. Kein Versteckspiel, keine Ausflüchte.

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